Die ältesten, zur Zeit bekannten urkundlichen Erwähnungen stammen aus der Zeit um 1170. Diese berichten von zwei Siedlungen. Die Erwähnung erfolgt unter den Namen "Ruprechtsdorff" und "Roprehtdorf". Interessant ist, dass Hohenruppersdorf als einziger Ort der umliegenden Gemeinden im Besitz der Babenberger verblieb. Alle anderen Nachbarorte waren Kloster- bzw. Stiftsgründungen oder Herrschaftssitze. Daher veranlassten diese auch die Besiedelung durch Bauern in jener Zeit. Durch Kundmachung in ausgewählten Gebieten waren rund 60 Siedler durch den Herzog Heinrich II. eingeladen um nach "Roprechtsdorf" zu kommen. Die Verteilung erfolgte durch Los. Je drei Äcker und ein Hausplatz galten als ein Los. Sie errichteten ihre Holzhäuser am "Heimtalbach" und pflegten die "Dreifelderwirtschaft" (Winterung, Sommerung, Brache).

1324 wurde Hohenruppersdorf zum Markt erhoben. Ebenfalls im 14. Jahrhundert wurde auf dem Berge eine romanische Kirche (= heutiges Beinhaus) errichtet, und am 4. Mai 1347 setzte der bischöfliche Offizial unter der Enns, Andreas, die Einkünfte des Pfarrers Thomas im Einvernehmen mit dem Prior von Mauerbach und den Kirchenvorstehern von Stillfried fest. Zu dieser Zeit gab es auch bereits eine Schule, die damals vom Mesner zu erhalten war. Im Matrikelbuch von Gall an der Uni Wien finden sich ab 1389 Männer aus "Ruprechtstorf". Zumindest zu dieser Zeit erfolgte bereits die Besiedelung des Marktes durch die Parschalchen, welche zum Schutze des Landes in diesen Gebieten angesiedelt wurden und dafür Rieden zugewiesen erhielten. (Anm.: Die Riedenbezeichnung "Potschalchen" scheint jedoch auf eine Siedlung hinzuweisen, die den Parschalchen bayrischen Rechts angehörten. Eine derartige Siedlung müßte zumindest in das 9. Jahrhundert zurückreichen und auf eine bayrische Zuwanderung hinweisen.) Der Wald reichte bis in die Dorfnähe, und es gelang den Hohenruppersdorfern im Laufe der Zeit, diesen durch Schenkung (1383 Pierbaumleiten) und Kauf zu erwerben.

Aus den im Archiv der Marktgemeinde aufliegenden alten Urkunden ist zu ersehen, dass sich Hohenruppersdorf mehrmals durch hohe Geldbeträge die Freiheit erhalten konnte, 4 Märkte im Jahr bewilligt wurden und kein Adeliger hier ein lediges Gut erwerben durfte.

Im Jahre 1590 war "Hochen Rueperstorff" der weitaus größte Ort des heutigen Bezirkes Gänserndorf. Von den 132 bestifteten Häusern waren 101 dem Hofkammeramte seiner kaiserlichen Majestät (Habsburger) zinspflichtig. Die Beziehungen zum Kaiserhaus waren immer lebendig und wurden von Richtern, Räten und den Bewohneren stets gepflegt. Nicht selten besuchte ein Mitglied des kaiserlichen Hauses Hohenruppersdorf, wie z.B. zur Jagd am 3.9.1726, an der sogar Kaiser Karl VI., der Prinz von Lothringen und andere hohe Persönlichkeiten teilnahmen. (An diesem Tag wurden 40 Hirsche, 20 Tiere, 21 Kälber und 6 Sauen erlegt.)

Wegen ihrer Lage wurde die damalige gotische Kirche (viele Altäre und Säulen) zum Fluchtort bestimmt und in der Türkenzeit (1683) besonders zur Verteidigung ausgestattet. Ein Graben um die Kirche wurde ausgehoben, eine Mauer aus Kalksteinen errichtet und eine Zugbrücke erbaut. Der Markt besaß alle Gerichtsbarkeiten und der Richter (seit 1369 nur 1 Richter!) konnte sogar die Todesstrafe verhängen. Ein Pranger (Säule verschwunden) und die Ried "Galgen" erinnern heute noch daran. Das Rathaus ist wegen seines Barockturmes aus dem Jahre 1612 sehenswert!

Auch große Feuersbrünste (am 7. Dez. 1725: 78 "Haus"), Missernten und Krankheiten suchten die Bewohner heim. Die Dreifaltigkeitssäule auf dem Marktplatz wurde errichtet und eine Gelöbniswallfahrt nach Nikolsburg wurde versprochen (Stiftungsbrief v. 6.10.1697), um Pest und Unheil abzuwenden.

Im Jahre 1755 kauften sich die 151 bestifteten Häuser um den Betrag von 48.000 Gulden für immer frei. Die Besitzer dieser Häuser haben seit dieser Zeit Anteile am Waldbesitz. Die damals noch vorhandenen "Batzenhäusl" besaßen keinen Grund und kamen dadurch nicht in den Besitz des Waldes.

Im Laufe der letzten 100 Jahre hat Hohenruppersdorf als Markt- und Handwerkerort an Bedeutung verloren. Die Zeit der Weber, Färber, Kürschner, Seifensieder, um nur einige außergewöhnliche Berufe anzuführen, ist endgültig vorbei. - Von den Sehenswürdigkeiten wurden bereits das Rathaus und die Dreifaltigkeitssäule erwähnt. Auf dem großzügig angelegten Marktplatz befindet sich an der Stelle des Prangers das Kriegerdenkmal und am Ende des Platzes der Pfarrhof, der "Mauerbach'sche Kasten" (Haus Nr. 6 + 190 = ehemaliger Zehenthof des Klosters Mauerbach), das Volks- u. Hauptschulgebäude und die 1783 umgebaute große Barockkirche mit ihrem weithin sichtbaren Turm und prächtigem Geläute.

Statistik und Infrastruktur:

Markt- u. Katastralgemeinde Hohenruppersdorf im Politischen Bezirk Gänserndorf (Gerichtsbezirk)

Land Niederösterreich

16 Grad 40 Minuten östlicher Länge und 48 Grad 28 Minuten nördlicher Breite, ca. 245 m Seehöhe

Knapp 1.000 Einwohner; Fläche von 21,41 km², davon ca. 12 km² Ackerland, ca. 2,7 km² Weingärten, ca. 6,7 km² Wald.

Erlebnis-Weingartl (Weinsorten-Lehrpfad mit ausschließlich heimischen Sorten)

Kindergarten

Volks- u. Hauptschule

Gemeindeamt mit Standesamt

Pfarre

Raiffeisenbank u. Volksbank

Lagerhaus

Kaufhäuser

Autobushaltestelle

 Glück und Segen mögen noch lange in diesem Orte wohnen!